Buch

„Dieses Buch ist brisant.“ (Lukas Hartmann)

 

Die Schweiz diente dem berüchtigten Geheimdienst der DDR als Operationsbasis  für  mafiöse Machenschaften wie Technologieschmuggel, illegale Devisengeschäfte, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Waffenhandel. Dabei konnten sich die ostdeutschen Agenten auf ein Netz williger Helfer stützen.

Bislang unveröffentlichte Geheimakten belegen, dass der Schweizer Staatsschutz nur wenig unternahm, die heimlichen Stasi-Aktivitäten in der Schweiz wirksam zu unterbinden.

Die Schweiz war keineswegs das kompromisslos antikommunistische Bollwerk, als dass sie während des Kalten Krieges bezeichnet wurde. Der Geheimdienst der DDR knüpfte in dem neutralen Land ein enges Netzwerk, in das Schweizer Unternehmen, Banken und bürgerliche Politiker verstrickt waren. Das Buch schildert anhand zahlreicher Fälle die dunklen Machenschaften ostdeutscher Agenten in der Schweiz.

Arkadiusz Luba, Deutschlandradio Kultur:

Ricardo Tarli hat ein bedrückendes Buch über Geldwäscherei, Wirtschaftsspionage und Waffenhandel geschrieben und somit ein weiteres wichtiges Kapitel aufgeschlagen, den Mythos Schweiz zu entzaubern. Er stellt sich damit in eine Reihe mit seinen mutigen Vorgängern. (…) Ricardo Tarli zeigt faktenreich, wie eng die Verbindung zwischen Schweizer Unternehmern, Bankern und Politikern mit dem Geheimdienst der DDR war, und dass die Schweiz in einigen Bereichen von der ostdeutschen Diktatur profitierte. Eine spannende, lehrreiche Lektüre!

SPIEGEL Online:

Honorige Schweizer Bürger halfen der fast bankrotten DDR Ende der achtziger Jahre sich zu refinanzieren und waren dabei, als nach der Wende DDR-Vermögen versteckt wurde, schreibt der Schweizer Journalist und Historiker Ricardo Tarli in der Schweiz am Sonntag: „Erst jetzt, 25 Jahre nach dem Ende der DDR, kommen dank der Auswertung von Stasi-Akten und von bislang gesperrten Staatsschutzakten aus dem schweizerischen Bundesarchiv die Geschäfte der Stasi in der Schweiz ans Licht: Die Palette reicht von Geldwäscherei über Waffenhandel bis zu Schmuggel von Elektronik. Brisant: In das Stasi-Netzwerk waren prominente bürgerliche Schweizer Politiker verstrickt.“

Lukas Hartmann, Schriftsteller:

Dieses Buch ist brisant. Ricardo Tarli weist aufgrund akribischer Recherchen nach, dass zwischen der DDR und der Schweiz Geschäftsbeziehungen bestanden, von denen wir bisher nichts – oder sehr wenig – wussten. Über Tarnfirmen und geheime Wege wurden Waren und Geld verschoben und Profite gemacht. Die gleichen Kreise, die in der Schweiz die Linke pauschal verdächtigten, das Land kommunistisch zu unterwandern, drückten oft genug beide Augen zu, wo es ums einträgliche Geschäft mit dem Klassenfeind ging.

Hunderttausende von kritisch Gesinnten wurden bei uns nachrichtendienstlich überwacht und auf Fichen erfasst (auch ich); viele von ihnen erlitten deswegen schwere Nachteile. Im Gegensatz dazu blieben die ostdeutschen Agenten und Akteure aus der Wirtschaft, die mit der Stasi zusammenarbeiteten, weitgehend unbehelligt. Tarli stellt die unangenehme Frage, ob die DDR auch dank der Schweiz so lange wirtschaftlich überlebt hat. Auf Antworten kann man gespannt sein.

Sabine Bitter (SRF 2 Kultur):

Offiziell warnten Schweizer Behörden und Politiker vor dem «Unrechtsstaat» DDR. Hinter den Kulissen arbeitete man der DDR im Kalten Krieg aber maßgeblich zu. Diese Schweiz zeigt Journalist Ricardo Tarli in seinem Buch: Ein Eldorado für Stasi-Agenten, Schwarzhändler und Technologieschmuggler. (…) 

Seine Recherchen sind umfangreich und sehr detailliert. So fallen viele Namen von Tarnunternehmen und Briefkastenfirmen, von Strohmännern, Zürcher Bankern, eilfertigen Zuger Anwälten und namhaften Politikern – vom Berner alt Bundesrat Adolf Ogi (SVP) bis hin zum Zuger alt Ständerat Rolf Schweiger (FDP). (…)

Tobias Graden (Bieler Tagblatt):

Wer hätte in den 80er-Jahren gedacht, dass er den Repressionsapparat der DDR mitfinanziert, wenn er mit der Standseilbahn von Zermatt zur Sonnenterrasse Sunnegga hochfährt? Der ehemalige BT-Journalist Ricardo Tarli deckt es in seinem neuen Buch «Operationsgebiet Schweiz. Die dunklen Geschäfte der Stasi» auf. (…) 

Diese Geschäftsbeziehung ist eine der harmlosesten, aber nur eine von vielen zwischen der Schweiz und der DDR, die Tarli aufdeckt. Er hat 10 000 Blatt an Akten und Dokumenten in Berlin und der Schweiz studiert, viele davon noch unveröffentlicht, und er zeigt auf, dass die Geschichte der Beziehungen der Schweiz zur DDR neu geschrieben werden muss.

Die Schweiz war keineswegs das antikommunistische Bollwerk, als das sie sich gegen innen und außen gab. Vielmehr duldete sie auf ihrem Gebiet dubiose Umgehungsgeschäfte und Lieferungen von Embargogütern in die DDR, bürgerte sogar Verantwortliche von DDR-Scheinfirmen ein. Tarlis Fazit: Die Schweiz habe sich zur Gehilfin
des Unrechtsstaates gemacht: «Dadurch wurde das System stabilisiert und das Überleben der Diktatur wahrscheinlich um Jahre verlängert.» (…)

Ursula Bonetti (Schweizer Soldat):

Der junge Historiker Ricardo Tarli hat keine Angst, heisse Eisen anzufassen. In seinem Buch, zu dem er minutiös recherchiert hat, bringt er Licht in Angelegenheiten, die man lange verschwiegen hat. Die Schweiz war keineswegs das antikommunistische Bollwerk, als das sie während des Kalten Krieges wahrgenommen wurde. (…) Das Buch will aufrütteln und ein Detail der Schweizer Geschichte aufzeigen, von dem bisher nur extrem wenig bekannt war.

Der Autor spricht eine gut lesbare, sachliche, klare Sprache, die aufdeckt, erklärt, Fragen stellt, die teils beantwortet werden oder auch im Raum stehenbleiben. Der Leser bildet sich eine eigene Meinung zu dieser schonungslosen aber hochinteressanten Lektüre.

Enrico Seewald (Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat):

Es liegen bislang nur wenige Untersuchungen über schweizerisch-ostdeutsche Beziehungen vor. Um so erfreulicher ist es, wenn Autoren aus dem Alpenland sich der Materie annehmen. (…)

Dem Thema hatte sich schon 2006 der ehemalige Schweizer Untersuchungsrichter und Sicherheitsoffizier im Armeestab, Peter Veleff, in seinem Buch „Spionageziel Schweiz?“ angenommen, das wegen seinem unkritischen Umgang mit Aussagen hoher Staatssicherheitsoffizieren als zu naiv bewertet worden ist. In Tarlis Buch wird hingegen mit Schweizer Behörden abgerechnet.(…)

Tarlis Operation Schweiz ist gut lesbar und trägt zur Aufarbeitung der internationalen Beziehungen der DDR bei. (…)

Gerhard Besier (Sächsische Zeitung, 13.10.15):

(…) Ähnlich wie die westdeutschen Geheimdienste war auch der Schweizer Staatsschutz nahezu wirkungslos bei der Abwehr der ostdeutschen Aktivitäten. Verantwortlich für das Versagen der Sicherheitskräfte war nicht nur deren Unfähigkeit.

Tarli zufolge gab es ein Kartell von Geheimdienstagenten, skrupellosen Technologieschmugglern, dubiosen Geschäftsleuten und opportunistischen Politikern. Der BND, der in engem Austausch mit dem Schweizer Staatsschutz stand, habe diesen Sumpf gar nicht ernsthaft austrocknen wollen, um „Ostdeutschland nicht zusätzlich zu destabilisieren“.

Die Schweiz habe dieses faule Spiel mitgetragen, „vermutlich auf ausdrücklichen Wunsch (West-) Deutschlands“. An der laschen Behandlung etwa von Embargo-Bestimmungen verdiente natürlich die Schweiz kräftig mit.

Daniele Muscionico (NZZ) in der Rezension zum Schauspiel „Lugano Paradiso“:

(…) Der Journalist Ricardo Tarli hat in seiner Aufarbeitung der DDR-Geschichte den authentischen Herrmann, ehemaliger Offizier der Waffen-SS und Stasi-Spion, enttarnt und mit dieser Figur den Stücktitel geprägt. Denn Hermann soll mit seinen Firmen in Lugano Paradiso durch die systematische Durchbrechung des Handelsembargos nicht nur die DDR finanziert und ihr Überleben verlängert haben. Nach Tarlis Recherchen hat er das Tessin zu einer der wichtigsten Aussenhandelsstellen der DDR im Westen etabliert – unter den Augen und mit dem Wissen des Bundesrates. (…)

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