Der Unternehmer Kurt Lion, Mäzen der Universität Konstanz, machte dubiose Geschäfte mit der DDR.
zum Artikel (Der Tagesspiegel, 7.10.2016)
Der Unternehmer Kurt Lion, Mäzen der Universität Konstanz, machte dubiose Geschäfte mit der DDR.
zum Artikel (Der Tagesspiegel, 7.10.2016)
Porträt über den schweizerisch-kanadischen Künstler Rudolf Stüssi im Magazin MUT
von Ricardo Tarli zum Artikel
von Ricardo Tarli
«Demokratien sind keine Wertegemeinschaften.» Diese provokante Aussage machte Martin Seel, Professor für Philosophie an der Universität Frankfurt, in seinem Eröffnungsreferat am jüngsten NZZ-Podium in Berlin zum Thema Wertegemeinschaft. Seel legte dar, weshalb er das Phantasma einer identitären Wertegemeinschaft oder einer Leitkultur für die Demokratien für gefährlich hält. Mit der Begründung, die Werteordnung dürfe nicht unterhöhlt werden, würde in der EU das elementare Grundrecht auf Asyl «massiv eingeschränkt», sagte Seel. Er verwies dabei auch auf Donald Trumps Wahlkampf und auf die Türkei. «In all diesen Fällen werden Werte gegen Grundrechte ausgespielt.»
Die anschliessende Diskussion entzündete sich vor allem an der Frage über den richtigen Umgang mit der AfD, der Alternative für Deutschland. Für Alexander Dobrindt, Bundesverkehrsminister der CSU, sind Werte der Kitt einer Gesellschaft. Deutschland sei ein «Hort der Stabilität», unter anderem deshalb, weil hier der Wertekonsens grösser sei als anderswo. Er widersprach Martin Seel insofern, als er anmerkte, dass «unsere Rechtsordnung aus dem Bewusstsein einer Wertegemeinschaft» entstanden sei. Sein Rezept, um der AfD Paroli bieten zu können: «Die Angst mit mehr Sicherheit bekämpfen.»
Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, widersprach seinem bayrischen Landsmann. «Es zählen die Werte, die im Grundgesetz normiert sind. Wir brauchen keine Leitkultur darübergestülpt.» Er warf der CSU vor, sich mit der AfD ins gleiche Bett zu legen. «Die CSU redet den Populisten nach dem Mund und treibt die Menschen so weiter in die Arme der AfD.» Diese Strategie sei in anderen Ländern, wie in Österreich oder der Schweiz, gescheitert.
Alison Smale, Korrespondentin der «New York Times» in Berlin, wies darauf hin, dass die Migration in Deutschland, im Unterschied zu den USA, rechtlich unvollständig geregelt sei. «Die Debatten, die in Deutschland darüber geführt werden, hinken den Realitäten hinterher», sagte die britische Journalistin.
In Anspielung auf die Flüchtlingsdebatte mahnte Heinrich August Winkler, einer der einflussreichsten deutschen Historiker, dass westliche Demokratien nicht mehr versprechen sollten, als sie halten könnten. Deutschland dürfe nicht in die Rolle der «Leitmoral Europas» verfallen und seine Werte anderen aufzwingen wollen. Viel wichtiger sei es stattdessen, jene zu unterstützen, die für diese Werte kämpften, beispielsweise in China.
Mein Gastbeitrag in der Fachzeitschrift „Gerbergasse 18“. Die in Jena/Thüringen herausgegebene Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik befasst sich mit der regionalen und überregionalen Aufarbeitung der DDR-Geschichte und der SED-Diktatur.
Eine Zürcher Galerie soll in den grössten Kunstschwindel der jüngsten Zeit verwickelt sein
von Ricardo Tarli
Eine Zürcher Galerie ist ins Visier der deutschen Polizei geraten. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamts (LKA) Berlin ist über die renommierte Galerie Orlando ein Gemälde des deutschen «Meisterfälschers» Wolfgang Beltracchi verkauft worden. Dies berichtet die Schweizer Tageszeitung „Tages-Anzeiger“ in der Ausgabe vom 24. Mai.
Das Kunstwerk war dem Kubisten Louis Marcoussis zugeschrieben worden. «Wir können heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon sprechen, dass wir es hier mit einer Fälschung zu tun haben», sagt René Allonge, Kriminalhauptkommissar beim LKA Berlin.
Die mutmassliche Fälschung soll aus der Hand Beltracchis stammen, der eigenen Angaben zufolge rund dreihundert Gemälde bekannter Künstler gefälscht hat. Nachdem 2010 der grösste Kunstschwindel der jüngsten Geschichte aufgeflogen war, wurde Beltracchi 2011 von einem Kölner Gericht zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die deutschen Ermittler konnten trotz intensiver Recherche nicht feststellen, wo sich der Grossteil der identifizierten Fälschungen Beltracchis heute befindet. Nach Erkenntnissen des LKA Berlin ist die mutmassliche Marcoussis-Fälschung 2008 an die Galerie Orlando ausgeliefert und danach an einen unbekannten Käufer weiterverkauft worden.
Galeristin verschweigt Käufer
«Weil die Galerie uns den Käufer des Gemäldes nicht nennen will, wissen wir heute nichts über dessen Verbleib», sagt Kriminalhauptkommissar Allonge. Den Namen des Käufers zu kennen, wäre für die Polizei wichtig, damit dieser über den Fälschungsverdacht in Kenntnis gesetzt werden könnte.
Galeristin Susanne Orlando wollte sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» zum Fall nicht äussern. Sie ist nicht zu einer Aussage verpflichtet: In der Schweiz wird im Fall des Marcoussis-Bildes nicht ermittelt.
Kunstfälscherprozess in Wiesbaden
Auch in einem zweiten Fälscherfall taucht der Name der Galerie Orlando auf. Vor dem Wiesbadener Landgericht wird derzeit einer mutmasslichen Fälscherbande der Prozess gemacht. Den Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, sie hätten 2005 versucht, über die Galerie Orlando zwei angeblich gefälschte Gemälde des russischen Künstlers Alexej von Jawlensky zu verkaufen. Auch dazu wollte Susanne Orlando nicht Stellung nehmen.
Der Zürcher Kunstrechtsexperte Andrea Raschèr fordert strengere Gesetze, um Kunstbetrügern einfacher das Handwerk legen zu können. Für eine Gesetzesverschärfung sieht der Kunsthandelsverband der Schweiz (KHVS) indes keine Veranlassung.
(Quelle: Tages-Anzeiger, 24.05.16, Seite 1)
Zum Hauptartikel:
Die Spur des Fälschers (Tages-Anzeiger, 24.05.16)
Vier von zehn Bauprojekten des Bundes sind deutlich teurer als geplant.
Lässt sich dies verhindern? Das Bundesbauministerium plant straffere Kontrollen. Experten fordern mehr demokratische Mitbestimmung.
von Ricardo Tarli zum Artikel
Deutschlandfunk berichtete in der Sendung „Europa heute“ vom 29. April über die geheimen Geschäfte der Stasi in der Schweiz.
zum Beitrag
Deutsche Handwerksbetriebe sehen die starke Zuwanderung als Chance – allerdings braucht die Integration besondere Anstrengungen.
Ricardo Tarli, Berlin
zum Artikel (int. Ausgabe NZZ, 15.12.15)
Am 12. Dezember 1986 verurteilt das Luzerner Kriminalgericht ein Agentenpaar, das Nachrichten für die Stasi übermittelt hat.
zum Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung
The Berlin Wall fell 26 years ago, paving the way for German reunification. A recently released book based on secret documents looks at Switzerland’s relationship with East Germany.
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